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EU-Schlachtschweinemarkt: Preise meist weiter im Winterschlaf
Veröffentlicht am:
23.02.2025 16:43:18
Kategorie :
Schweine
23.02.2025 - Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten befinden sich die Preise meist weiter im Winterschlaf. In Deutschland, Österreich, Dänemark und Frankreich blieben sie zuletzt konstant. In Belgien gab es eine zögerliche Preisbewegung nach oben.
In Spanien setzte sich die Aufwärts-, in Italien die Abwärtsentwicklung fort. EU-weit lässt die Frühjahrsbelebung der Nachfrage auf sich warten. In Deutschland gestaltet sich der Abbau der Angebotsüberhänge auch wegen eingeschränkter Exportmöglichkeiten nur schleppend.
Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis für Schlachtschweine am Mittwoch (19.2.) zum inzwischen fünften Mal in Folge bei 1,72 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Die Angebotsüberhänge am deutschen Schlachtschweinemarkt nähmen nur langsam ab, so die VEZG.
Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete von einem weiter „großen und mehr als ausreichendem Angebot“ an Schlachtschweinen. Zudem gebe es auf der Nachfrageseite keine größeren Impulse. Das Kaufinteresse sei verhalten. Internationale Marktbeobachter wiesen darüber hinaus erneut auf das Problem der fehlenden Exportmöglichkeiten Deutschlands in Drittstaaten hin, das aus dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) Anfang Januar in Brandenburg resultiert.
Der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) fixierte seine Notierung am Donnerstag wie in den Vorwochen bei 1,71 Euro/kg SG. Preisforderungen der Erzeuger seien von der Abnehmerseite abgewehrt worden. Laut den Angaben des VLV fließen in Österreich die schlachtreifen Partien seit Mitte Februar zwar zeitnah ab.
Angebot und Schlachtgewicht tendierten rückläufig und weckten spürbares Interesse im Viehhandel. Am Schlacht- und Zerlegesektor zeige sich aber ein „zwiespältiges Bild“. Einerseits bemühe man sich um das knappere Angebot, andererseits beklage man fehlende Impulse am Fleischmarkt. Zudem leide vielerorts die Verarbeitungsleistung an gehäuften Krankenständen in der Belegschaft.
Drittstaaten zunehmend an DC-Ware interessiert
Das belgische Schlachtunternehmen Danis zahlt in der achten Kalenderwoche 1,190 Euro/kg Lebendgewicht (LG) und damit 1 Cent mehr als in der Vorwoche aus. Bei Danish Crown (DC) wurde der Preis für die neunte Kalenderwoche bei unverändert umgerechnet 1,37 Euro/kg SG festgesetzt.
Der dänische Schlachtkonzern berichtete von einem Rückgang des Schlachtgewichts auf jetzt durchschnittlich 93 Kilogramm und einem gut laufenden Tagesgeschäft. Außerdem stimmt der Blick in die Zukunft den Konzern optimistisch. In Europa bereitete man sich auf „die Nachfrage- und Angebotsverschiebung in den kommenden Monaten vor“. Daneben bestehe auf den Drittlandsmärkten ein zunehmendes Interesse an dänischen Produkten.
Am Marché du Porc Français blieb der Schlachtschweinepreis am Donnerstag konstant bei 1,680 Euro/kg SG. In Spanien profitiert man von einem sehr günstigen Marktumfeld. An der Agrarbörse von Bellpuig zwischen Barcelona und Saragossa stieg der Preis auch in der achten Woche weiter an, und zwar um 2 Cent auf 1,572 Euro/kg LG. Dagegen rutschten die Notierungen in Italien weiter Richtung Tal.
Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag eine Preisspanne von 1,547 bis 1,555 Euro/kg LG ausgehandelt, nach zuvor 1,581 Euro/kg LG. Vertragsschweine derselben Kategorie kosten jetzt 1,727 bis 1,735 Euro/kg LG, nach 1,765 Euro/kg LG in der Woche zuvor.
EU-Durchschnittspreis steigt
Auf europäischer Ebene bewegte sich der Durchschnittspreis nach oben. In der Woche zum 16. Februar wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten für 180,56 Euro/100 kg SG gehandelt; das waren 1,25 Euro oder 0,7% mehr als in der Woche zuvor. Das Vorjahresniveau wurde allerdings um 13,3% verfehlt. Den mit 4,6% größten Preisaufschlag meldete Polen, gefolgt von Kroatien mit 1,9% und Schweden mit 1,2%.
In Deutschland legte die Notierung um 0,1% zu, in den Niederlanden blieb sie vollkommen unverändert. Abschläge gab es in acht Staaten, darunter Dänemark. Hier sank der Preis um 0,2%. Mit 3,3% am kräftigsten fiel der Rückgang in Rumänien aus. In Griechenland, Frankreich, Italien, Luxemburg und Malta erfolgte in der Berichtswoche keine Preisnotierung…. .